In den Medien wird der Photovoltaik-Boom gerne als Preistreiber beim Strom dargestellt. Wissenschaftler, die diese Aussage bestätigen sollten, distanzieren sich jedoch davon.
Durch nötige Anpassung der EEG-Umlage von derzeit 2,05 auf 4,04 Cent brutto pro Kilowattstunde im kommenden Jahr, werde der Strompreis um zehn Prozent steigen. Dies hatten mehrere Medien unter Berufung auf Berechnungen des Energiekonzerns Vattenfall verbreitet. Das Leipziger Institut für Energie macht dagegen den weiteren Anstieg der EEG-Umlage von mehreren Faktoren abhängig, wie dem Solarausbau im Jahr 2010, dem Ausbau aller erneuerbaren Energien oder den Großhandelsstrompreisen, die mit den Einspeisevergütungen verrechnet werden. Da der Photovoltaik-Zubau im Jahr 2009 größer gewesen sei, als zum Zeitpunkt der Umlage-Festsetzung, geht das Institut zudem davon aus, dass eine möglicherweise hohe Umlage im kommenden Jahr eine einmalige Angelegenheit sein werde.
Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) und der Bund der Energieverbraucher waren diesbezüglich auf einer Linie: Stromerzeuger und –versorger hätten 2009 von jedem Haushaltskunden 150 Euro mehr kassiert als drei Jahre zuvor für die gleiche Menge Strom. Die Verbraucher hätten für diese intransparente und nicht nachvollziehbare Preissteigerung aber keine Gegenleistung erhalten.
Quelle:
Photovoltaik – Das Magazin für Profis